04.09.2010 Unverständnis oder doch Unwissenheit? Unverständnis... Manche verstehen es nicht das ich Gesellschaften meide wo Alkohol im Spiel ist. Das ich meine Freizeit nicht... mehr...
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| Für sich selber sorgen!
Donnerstag 11.03.2010 14:00Uhr Termin beim Psychologen.
Diesmal ging es um das Thema für sich selber sorgen. Meine Unsicherheit gegenüber meiner Umwelt und anderen Menschen. Meinen Ängsten vor neuen Aufgaben und die Anforderung an mich eine gestellte Aufgabe perfekt zu lösen.
Er provozierte mich wie immer mit Gegenfragen:
Muss man eine Aufgabe perfekt lösen? Reicht es nicht sie gut zu machen? Warum meine ich perfekt sein zu müssen, erlaube mir keine Schwächen?
Natürlich bin ich mit diesen hohen Anforderungen aufgewachsen. Hausaufgaben wurden so oft neu gemacht bis sie in den Augen meiner Eltern perfekt waren. Ebenso wurde ich bestraft wenn mein Benehmen nicht perfekt war. Sie lebten mir den Perfektionismus vor. Unsere Familie war für den Rest der Welt perfekt. Doch innen sah es anders aus. Mein Vater gefühlskalt, meine Mutter ihm untergeordnet und wir Kinder hatten perfekt zu funktionieren.
Wie sollte ich da lernen für mich selber zu sorgen?
Vielleicht sollten wir gemeinsam auf die Suche nach den Grundbedürfnissen der Seele gehen. Beim Kind sind diese Bedürfnisse wesentlich vielfältiger als beim Erwachsenen. Ein Kind benötigt um gesund aufwachsen zu können die Befriedigung folgender Bedürfnisse:
· Zeit erfahren
· Respekt erleben
· Optimismus erfahren
· Neugierde erleben
· Gewalt Freiheit erfahren
· Sexualität erleben
· Gefühle erleben
· Erfahrungsräume
· Mitspracherecht haben
· Intimität erfahren
· Bewegung erleben
· Sicherheit spüren
· Verstanden werden
· Vertrauen erleben
· Liebe erfahren
· Ruhe erleben
Wenn ich mir diese Punkte so ansehe, finde ich kaum einen, bei dem ich sagen würde dieser Punkt wurde zu 100% befriedigt.
Ein erwachsener Mensch hat folgende Bedürfnisse:
· Liebe- Freude
· Harmonie
· Geborgenheit
· Selbstverwirklichung
Auch diese Punkte konnte ich erst sehr spät befriedigen. Erst 2005 begann die Erfahrung das diese Bedürfnisse befriedigt werden können.
Zurück zum Ausgangspunkt wie kann ich für mich selbst sorgen? Wie finde ich einen Weg meine Bedürfnisse zu befriedigen?
Selbst bei ganz alltäglichen Entscheidungen überlege ich was möchte mein Gegenüber, nie die Frage was möchte ich. Eigene Wünsche zu äußern fällt mir mehr als schwer. Ich denke wenn ich einen Weg finde meine Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und auch zu äußern oder noch besser aus zu leben, dann habe ich einen wichtigen Schritt geschafft.
Die negativen Erfahrungen liegen lange zurück, trotzdem behindern sie mich noch heute. Gelernt habe ich, Du kannst ja sowieso nichts, Du bekommst nichts auf die Reihe. Und obwohl ich vieles erreicht habe sitzen diese Zweifel tief in mir. Der Psychologe argumentiert gerne mit dem erreichten. Ich habe häusliche Gewalt überlebt, vier Kinder versorgt, nebenbei gearbeitet, habe ein Buch veröffentlicht, lebe seit 5 Jahren in einer glücklichen Beziehung. Bekomme positive Rückmeldungen zu meinem Buch, mein Anliegen wird auch von den Medien zur Kenntnis genommen. Doch diese positiven Erfahrungen kommen nicht in der Seele an. Es bleibt immer noch ein Loch, dieser Hunger nach Perfektionismus ist nicht zu stillen, und vor allem verkehrt. Mein Verstand sagt mir immer wieder kein Mensch ist perfekt, jeder Mensch macht Fehler. Meine Gefühle sagen etwas anderes. Anderen Menschen kann ich ihre Fehler nach sehen, kann ihnen mein verstandesmäßiges Wissen sehr gut rüber bringen. Während einer Reha 2007, gab es eine Übung während einer Gruppenstunde. Sie ist mir noch gut in Erinnerung, weil ich niemals vermutet hätte das es so schwer ist zwei Worte aus zu sprechen. In unserer Gruppe saßen 15 Menschen, Männer und Frauen und ein Therapeut. Es ging darum sich in den Kreis zu stellen und zu jedem dieser Menschen zu sagen „Ich will!“. Eine nicht erfüllbare Anforderung. Die Frau die dies zuerst versuchte scheiterte beim dritten Mal, ich wurde ihr als Hilfe zur Seite gestellt, doch auch zu zweit schafften wir nur vier weitere Mitpatienten. „Ich Will!“ Ein Wort das es bis dahin in meinem Wortschatz nicht gab. Denn ich hatte ja gelernt ich habe nichts zu wollen. Ich weiß, ich bin erwachsen, und ich darf Wünsche haben und diese auch äußern. Doch „ich Will“ gehört bis heute nicht zu meinem Leben, kann ich bis heute nicht bestimmt äußern.
Ich erhoffe mir von meiner jetzigen Therapie das dieses Wissen auch in mir verankert wird. Das ich lerne mich zu mögen auch mit meinen Fehlern und Schwächen. Das ich in den Spiegel sehen kann und laut sage, ich mag den Menschen den ich da sehe.
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